Durchgängigkeit von der Konstruktion bis zur Fertigung, ein Ansatz aus der Praxis bei ifw

Die ifw-Firmengruppe ist internationaler Technologieführer im Hightech-Werkzeugbau für Kunststoff-Rohrverbindungen (Fittings). Die ifw mould tec GmbH mit Sitz in Micheldorf hat sich auf die Herstellung von hochqualitativen Spritzgusswerkzeugen spezialisiert, die für kürzeste Rüst- sowie Produktionszyklen entwickelt werden. Das Unternehmen punktet mit exzellentem Know-how, modernster Technologie und bestem Service. Jährlich werden zwischen 200 bis 300 Hightech-Werkzeuge ausgeliefert. Langjährige Kundenbeziehungen –teils über 30 Jahre und in über 70 Länder der Welt – sprechen für sich..


Ändert ein Konstrukteur bei ifw mithilfe von Creo Elements/Direct etwas an einem Standardbauteil und speichert diese Änderungen in Creo Elements/Direct Model Manager, kann eines nicht passieren: dass dieses Bauteil in der alten Fassung nochmals gefertigt wird. Die Arbeitsvorbereitung hat ab diesem Zeitpunkt weder Zugriff auf die Fertigungszeichnungen noch auf die mit TopSolid’Cam generierten NC-Programme. Änderungen an NC-Programmen, die auf der Maschine erfolgten, werden im System nachgezogen, damit ist auch hier sichergestellt, dass nicht alte Stände zum Einsatz kommen.

Dank einer durchgängigen Umgebung von der Konstruktion bis zur Maschine steht allen berechtigten ifw-Mitarbeitern in jeder Prozessphase alles Notwendige zur Verfügung – und jeder greift dabei immer auf aktuelle Daten und Informationen zu.

Diese Umgebung stammt dabei nicht etwa aus einer Hand – konstruktionsseitig kommen die Lösungen von PTC zum Einsatz, für den reibungslosen Ablauf in der Fertigung sorgt die Technologie von Missler in Verbindung mit Postprozessoren und der DNC-Lösung von TECHSOFT. Das Bindeglied für sämtliche Komponenten bildet die iFactory, die von TECHSOFT speziell für die Verknüpfung von Modulen mit integrierten Gesamtlösungen entwickelt wurde. Dank der beiden ifactory Applikationen TopSolid’Cam Manager und iDNC arbeitet ifw mit einer durchgängig integrierten Plattform, die für die nahtlose Abwicklung der bereichsübergreifenden Prozesse sorgt.  

Die damit verbundene deutlich höhere Prozesssicherheit mit massiv reduziertem Ausschuss in der Fertigung ist nur einer der zahlreichen Vorteile, von denen das Unternehmen profitiert. Allein durch die Einführung von TopSolid’Cam konnte die CAM-Programmierung beschleunigt und die Zeiten auf der Maschine verkürzt werden.

„Wir verfügen heute über eine Plattform, die bestmöglich auf unsere Anforderungen abgestimmt ist. Diese ist schrittweise gewachsen und wurde in den letzten 25 Jahren gemeinsam mit TECHSOFT weiter optimiert“, sagt Josef Aschermayr, Produktionsleiterbei ifw. „Wir evaluieren immer wieder andere Anbieter – letztlich hat TECHSOFT aber jedes Mal die Nase vorn, wenn es um effiziente Lösungen für die Fertigung geht. Das hat sich mit den drei letzten Optimierungsprojekten in der Fertigung deutlich ausgezahlt.“

Projekt 1:  TopSolid’CAM Einführung – Optimierung der NC-Programmierung

Im ersten Schritt sollte zur Optimierung der Fertigungsprozesse das ursprünglich selbst entwickelte NC-System abgelöst werden. Die evaluierten CAM-Werkzeuge deckten die Anforderungen der ifw funktional in etwa vergleichbar mit TopSolid’Cam ab, TECHSOFT punktete jedoch durch ein wesentlich besseres Service-Angebot. TopSolid’Cam wurde mithilfe der TECHSOFT Postprozessoren zunächst für 10 Maschinen in Betrieb genommen. Nach der ersten Einarbeitungsphase ergab sich bereits eine 15-25% höhere Produktivität in der NC-Programmierung. Da alles am PC simuliert werden kann, hat sich der Ausschuss innerhalb kürzester Zeit halbiert und die Fehlerrate – wie z.B. Werkzeugbruch – ist merklich gesunken. Auch die Maschinenzeiten reduzierten sich um 10-15%, so dass sich die Spritzgusswerkzeuge insgesamt kostengünstiger herstellen lassen. Daher wurden sukzessive zusätzliche Maschinen angebunden. Weiteres Optimierungspotenzial zeichnete sich aber bereits ab.

Projekt 2: iFactory iDNC Einführung – Optimierung der Verwaltung und Verteilung der NC-Programme

Die ursprüngliche DNC-Anbindung war PC-basierend und aufwendig, wenn es um die Inbetriebnahme neuer Maschinen ging. Aber nicht nur die webbasierte Oberfläche und die einfache Online-Integration von neuen Maschinen, die remote durch den TECHSOFT-Support vorgenommen werden kann, waren ausschlaggebend, dass man auf iFactory iDNC zurückgriff. Auch zahlreiche Prozessschritte vom CAM-System bis zur Maschine konnten mit iDNC automatisiert werden.

Bei den in TopSolid‘Cam entwickelten NC-Programmen werden außerdem sämtliche Parameter für die iDNC-Datenbank erfasst. Doppelte Eingaben werden vermieden und CAM-Entwicklung und Maschinenbediener nutzen sicher die gleichen Daten. Auch die Werkzeugdaten werden direkt beim NC-Programm abgelegt. Im anschließenden Postprozessor-Lauf werden das maschinenspezifische NC-Programm generiert, die Gültigkeit der Pa­rameter überprüft und das generierte Pro­gramm mit den Parametern automatisch nach iDNC übertragen. Die Auswahl des NC-Programms ist dank der webbasierten Oberfläche von iDNC äu­ßerst einfach, flexibel und effizient. Die Über­tragung an die Maschine wird über iDNC gesteuert. Kommt es zu Korrekturen am NC-Programm auf der Maschine, kann die aktualisierte Programmversion ebenfalls in iDNC gespeichert werden.

Projekt 3: TopSolid’Cam Manager Einführung – Durchgängige CAD-, CAM- und NC-Integration bis zur Maschine

Die Prozesskette zwischen CAM und NC sowie der Maschine war dank iFactory iDNC weitestgehend geschlossen, jetzt galt es nur noch, die datentechnische Verbindung Richtung Konstruktion zu erweitern. Auch hier konnte TECHSOFT mit einer Lösung weiterhelfen. Mit dem TopSolid’Cam Manager werden CAM-Daten direkt in Creo Elements/Direct Model Manager verwaltet.

Bei ifw werden die CAD-Daten sämtlicher Einzelteile eines Werkzeugs unter einer Auftragsnummer in einer Model Manager Mappe erfasst. Die Arbeitsvorbereitung holt sich aus Model Manager die jeweils aktuellen Einzelteilzeichnungen heraus und erstellt die NC-Programme mit TopSolid’Cam. Bearbeitungen, Werkzeuglisten, Datenblätter aus TopSolid’Cam werden wiederum nach Model Manager zurückgespielt. Nach der Generierung des maschinenspezifischen NC-Programms wird dieses in iDNC abgelegt und kann jederzeit für die Produktion abgerufen werden. Das abgearbeitete Programm kann mit allen Änderungen in iDNC zurückgespielt werden – etwaige Änderungen wie geänderte Vorschübe, Drehzahlen oder Werkzeuge können dann abgeglichen und übernommen werden. Geht in der Konstruktion ein Modell zurück in Bearbeitung, ist es in der AV nicht möglich, auf die Daten zuzugreifen. Gleichzeitig informiert eine E-Mail automatisch alle Mitarbeiter der AV über die anstehende Änderung.

Seit gut 1,5 Jahren verfügt ifw jetzt über diese durchgängig integrierte Umgebung und hat die damit verbundenen Vorteile zu schätzen gelernt.

Dazu meint Josef Aschermayr abschließend: „Gerade bei Wiederholteilen, die öfters verbaut werden, zahlt sich die Integration besonders aus. In der Vergangenheit mussten wir manuell sicherstellen, dass die NC-Programme auffindbar sind und sich auch wirklich auf dem neuesten Stand befinden. Das war natürlich sehr aufwendig und gleichzeitig fehleranfällig. Jetzt ist der Zusammenhang zwischen Konstruktion, AV und Fertigung festgehalten und man greift jederzeit – ohne großen Suchaufwand – auf die aktuelle Datenversion zu. Der gesamte Prozess ist transparent – und das für alle. Hier sind wir einen großen Schritt weitergekommen. Da man sich aber immer noch verbessern kann, werden wir Schritt für Schritt das weitere Optimierungspotenzial ausschöpfen. Und das wird sicherlich wiederum gemeinsam mit TECHSOFT erfolgen. Schließlich sind wir mit unserem Engineering-Partner rundum zufrieden.“